Fusobacterium spp. ist eine Gattung anaerober, gramnegativer Bakterien, vergleichbar mit Bacteroides, mit artspezifischen Kolonisationen in der menschlichen Mundhöhle, im Magen-Darm-Trakt und an anderen Stellen. Fusobacterium-Stämme verursachen verschiedene menschliche Erkrankungen, darunter Parodontitis, das Lemierre-Syndrom und akute Hautulzera.
Während ältere Quellen angeben, dass Fusobacteria Teil der normalen Flora des menschlichen Oropharynx sind, besteht der heutige Konsens darin, dass Fusobacterium spp. stets als pathogen zu betrachten ist.
Im Jahr 2011 entdeckten Forscher, dass Fusobacteria in Darmkrebszellen gedeihen und häufig auch mit Colitis ulcerosa assoziiert sind, obwohl bislang nicht festgestellt wurde, ob die Bakterienart diese Erkrankungen verursacht oder lediglich in der durch diese Krankheiten entstandenen Umgebung floriert. Die Bakterienart stellt einen wichtigen Anker für Biofilme dar. Sie ist empfindlich gegenüber dem Antibiotikum Clindamycin. Im Gegensatz zu Bacteroides spp. besitzt Fusobacterium spp. eine ausgeprägte Schicht aus Lipopolysacchariden.

Fusobacterium nucleatum
Ein Zusammenhang zwischen dem Vorkommen von F. nucleatum und humanem kolorektalem Krebs wurde sowohl in Patientenkohorten als auch in verschiedenen Krankheitsstadien festgestellt. F. nucleatum wird seit langem als opportunistischer Krankheitserreger angesehen, da es häufig aus anaeroben Proben von Patienten mit unterschiedlichen Infektionen isoliert und identifiziert wird. Obwohl es oral- und medizinischen Mikrobiologen gut bekannt ist, befindet sich die Rolle von F. nucleatum als potenziell krebserzeugendes Mitglied der Mikrobiota noch in der wissenschaftlichen Erforschung. Sie zeigt jedoch bereits die vielfältigen Wege auf, über die ein Bakterium zur Entstehung, zum Wachstum, zur Ausbreitung und zur Therapieantwort von Krebs beitragen kann.