Geotrichum candidum ist ein Pilz, der Teil des menschlichen Mikrobioms ist und insbesondere mit Haut, Speichel und Stuhl assoziiert wird, wo er in 25–30 % der Proben nachgewiesen wird. Der Pilz kommt häufig im Boden vor und wurde aus Bodenproben isoliert, die weltweit auf allen Kontinenten gesammelt wurden. G. candidum ist der Erreger der Geotrichose beim Menschen sowie der sauren Fäule, einer Pflanzenkrankheit, die Zitrusfrüchte, Tomaten, Karotten und andere Gemüsesorten befällt.
G. candidum wird häufig bei der Herstellung bestimmter Milchprodukte verwendet, darunter Rotschmier- bzw. Oberflächenkäse wie unter anderem Camembert, Saint-Nectaire und Reblochon. Der Pilz kann auch in einem skandinavischen joghurtähnlichen Produkt gefunden werden, das als Viili bekannt ist, wo er für die samtige Textur des Produkts verantwortlich ist.

Die pulmonale Geotrichose ist die häufigste Form der Geotrichose. Die Symptome ähneln sekundären Symptomen der Tuberkulose, wie leichtem, dickem, grauem Sputum, das in manchen Fällen Blut enthalten kann.
Die bronchiale Geotrichose betrifft nicht das Lungengewebe selbst, sondern beschränkt sich auf die Bronchien. Geotrichum candidum wächst im Lumen der Bronchien. Die bronchiale Geotrichose ähnelt der allergischen Reaktion bei Aspergillose.

Die orale und vaginale Geotrichose ist äußerlich der Soorinfektion ähnlich und wird häufig damit verwechselt. Der Unterschied zwischen oraler und vaginaler Geotrichose kann mittels mikroskopischer Analyse bestimmt werden. Das infizierte Areal bildet einen weißen Belag, und Patienten berichten in der Regel über ein Brennen in den betroffenen Bereichen. Die vaginale Geotrichose tritt häufiger bei schwangeren Frauen auf und wird oft mit Vaginitis in Verbindung gebracht.

Die gastrointestinale Geotrichose ist eine Enterokolitis, die mit einer Glutamintherapie assoziiert ist. Die Symptome verschwinden in der Regel, sobald die Glutamintherapie beendet wird. Die Bestimmung der Ätiologie der Pilze ist schwierig, da G. candidum auch in der normalen Darmflora vorkommt. Der Unterschied zwischen einem normalen Darmmikrobiom und der krankheitsverursachenden Form liegt in der Produktion von Toxinen.

Die kutane Geotrichose weist zwei unterschiedliche Varianten auf, die oberflächliche und tiefe Infektionen umfassen. Die oberflächliche Form der Infektion tritt in Hautfalten auf; die tiefe Form entwickelt Knoten, Tumoren und Geschwüre an Beinen, Gesicht und Händen.