Multi-Elementenanalyse aus Kopfhaar (39 Elemente)

Für wen

Die Multi-Elementenanalyse aus Kopfhaar ist für Situationen vorgesehen, in denen zusätzliche Informationen über die Konzentrationen von Mineralstoffen, Spurenelementen und potenziell schädlichen Metallen im Haar gewünscht sind.

Die Untersuchung kann insbesondere sinnvoll sein, wenn aufgrund von Beschwerden, Anamnese, Ernährung sowie Lebens- oder Arbeitsumfeld der Verdacht auf eine längerfristige Exposition gegenüber bestimmten Elementen besteht oder wenn die im Haar gemessenen Elementkonzentrationen als ergänzende Information in die klinische Gesamtbeurteilung einbezogen werden sollen.

Die Haaranalyse liefert andere Informationen als Blut- oder Urinuntersuchungen. Je nach Element erfassen Blut und Urin einen anderen und häufig kürzeren Zeitraum. Da Haar kontinuierlich wächst, kann es Informationen über Elementkonzentrationen enthalten, die sich über einen längeren Zeitraum im Haar aufgebaut haben.

Eine Haaranalyse ist stets als ergänzende Untersuchung zu betrachten. Die gemessenen Konzentrationen lassen sich nicht direkt auf Konzentrationen im Blut, in Organen oder anderen Körpergeweben übertragen und sind für sich allein nicht geeignet, einen Mangel, eine Intoxikation oder eine Erkrankung festzustellen.

Warum

Mineralstoffe und Spurenelemente sind an zahlreichen physiologischen Prozessen beteiligt, darunter Energiegewinnung, Enzymaktivität, antioxidativer Schutz, Hormonstoffwechsel sowie die Funktion des Nerven- und Immunsystems.

Potenziell schädliche Elemente können unter anderem über die Ernährung, das Trinkwasser, die Umwelt, den Arbeitsplatz oder andere Expositionsquellen aufgenommen werden.

Ein wesentliches Merkmal von Kopfhaar ist das längere Zeitfenster. Während des Haarwachstums können Elemente in die Haarstruktur eingebaut werden. Dadurch kann die Haaranalyse bei ausgewählten Elementen zusätzliche Informationen über eine längerfristige Exposition sowie über Elementkonzentrationen liefern, die nicht zwangsläufig mit dem Ergebnis einer einmaligen Blut- oder Urinmessung übereinstimmen.

Für bestimmte toxische Elemente ist Haar als Biomonitoring-Matrix besonders gut geeignet. Am besten belegt ist dies für Quecksilber, insbesondere bei längerfristiger Exposition gegenüber Methylquecksilber. Für andere Elemente ist die klinische Aussagekraft unterschiedlich, weshalb die Ergebnisse stets elementspezifisch beurteilt werden müssen.

Wichtig: Eine erhöhte oder erniedrigte Konzentration im Haar entspricht nicht automatisch einer erhöhten oder erniedrigten Konzentration im Blut, in Organen oder anderen Geweben. Auffällige Werte können Anlass geben, mögliche Ursachen weiter abzuklären und bei Bedarf gezielte ergänzende Untersuchungen in Blut, Urin oder einer anderen geeigneten Matrix durchzuführen.

Was

Bei der Multi-Elementenanalyse aus Kopfhaar werden mithilfe der induktiv gekoppelten Plasma-Massenspektrometrie (ICP-MS) 39 Elemente bestimmt. ICP-MS ermöglicht die gleichzeitige Messung einer großen Anzahl von Elementen auch in sehr niedrigen Konzentrationen.

Gemessen werden:

AluminiumAntimonArsenBariumBeryllium, Wismut, Bor, Kadmium, KalziumChromPhosphor GermaniumEisenJod, Kalium, KobaltKupferQuecksilberLithiumBleiMagnesiumManganMolybdänNatriumNickelPlatinRubidiumSelenStrontiumThalliumThoriumZinnTitanUranVanadiumSilberZinkZirkonium und Schwefel.

Material und Probenentnahme

Materialart: Haare

Auf der Testkit-Seite Haar finden Sie die Anleitung zur Probenentnahme sowie die häufigsten Gründe für die Ablehnung von Haarproben.

Eine korrekte Probenentnahme ist wichtig, da externe Verunreinigungen und Haarbehandlungen die Konzentrationen verschiedener Elemente beeinflussen können.

Bitte beachten: Chemisch behandeltes Haar, beispielsweise gefärbtes, gebleichtes oder dauergewelltes Haar, ist für diese Untersuchung nicht geeignet. Wählen Sie in diesem Fall die Multi-Elementenanalyse aus Schamhaar.